Gruselig werden

Sep 25th, 2009 | Filed under Artikel

Da ich mich in meinem Schaffen auch immer wieder ganz bewusst der Horrorgeschichte, der Grusel- und Gespenstergeschichte widme. Dachte ich mir doch einfach, ich erzähle da mal was dazu. Auch dieser Artikel wird lose fortgesetzt, wenn ich dazu Zeit und Muse finde. Dieser Artikel bezieht sich auf das Schreiben einer Kurzgeschichte. Dennoch, so hoffe ich zumindest, sind auch Ratschläge enthalten, die vielleicht auch in längeren Werken genutzt werden können.

Die Gruselgeschichte ist der Ursprung der Kurzgeschichte im Allgemeinen. Heute, und auch schon früher, unter dem großen Oberbegriff Phantastik untergebracht. Das spannende an der Gruselgeschichte ist meist das Spiel des Autors mit gewissen typischen Ängsten des Lesers. Die Dunkelheit, die für den Menschen stets auch gefährliches (und damit später gerne böses) enthält ist so eine typische Angst und es ist doch auch meist dunkel in einer solchen Geschichte. In der Dunkelheit hausen auch ganz typische Urfeinde des Menschen, zumindest literarische Urfeinde, wie Vampire, Werwölfe und auch Geister und Gespenster lassen sich erst um Mitternacht sehen. Diese Urfeinde, die in so vielen Geschichten geprägt wurden, faszinieren auch heute noch. Wenn auch der moderne Vampir meist doch sehr von Bram Stokers Dracula abweicht (Bram Stoker bei Wikipedia). Der ursprüngliche Dracula ist doch um einiges klarer und einfacher strukturiert wie seine vielen Tausend literarischen Nachfahren. Der Vampir also als solches reicht meist nicht mehr um eine Stelle in einer Geschichte gruselig zu machen. Doch nur kleine Dinge wie sein sich öffnender Mund, die spitzen Zähne und der Drang zum Hals und schon wird die Geschichte sich verändern und gruselig werden.

Aber das nur als kleiner Einstieg. Wirklich gruselig schreiben ist meist doch ein wenig komplexer als nur mit einem Klischee zu spielen, oder bekannte Ängste zu nutzen. Es ist entscheidend Spannung aufzubauen und irgendjemand, den der Leser typischerweise schon lieb gewonnen haben sollte, sollte auch in Gefahr sein. Der Leser einer solchen Geschichte will mit fiebern, Angst haben und sich daran auch laben. In Kurzgeschichten kann man eine solche Situation sehr schnell mit etwas alltäglichem erreichen. Etwas mit dem sich der Leser identifizieren kann, lassen wir auch den Protagonisten, das Opfer sozusagen, möglichst alltäglich sein. Extreme Charaktere sind meist eher ungeeignet, da sich der Leser bei einer Kurzgeschichte ja mit dem Opfer identifizieren soll. Und diese alltägliche Situation rutscht dann ab in eine abstruse, absurde Szenerie, die dem Leser dann die Schweißperlen auf die Stirn treiben muss. Plötzlich passiert also etwas in einer alltäglichen Situation, das diese Situation aus dem Rahmen des Alltäglichen herausreißt und Angst macht. Damit lässt sich in vielen Geschichten hervorragend arbeiten und an sich ist es dann im weiteren Verlauf erst einmal nicht wichtig ob es ein gutes oder ein böses Ende nimmt. Zum Ende dann aber später mehr.

-> auch hier wird weiter geschrieben werden

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